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Die Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte der Hinterglasmalerei beginnt spät. Die Existenz von Hinterglasbildern wird vereinzelt in Büchern zur Volkskunst erwähnt, einzelne Veröffentlichungen in Zeitschriften behandeln Hinterglasbilder einzelner Regionen, Wessels verfasst 1913 eine Anleitung zur Herstellung von Hinterglasmalereien und von Picard erscheint in drei Auflagen ein Buch über die „Expressionistische Bauernmalerei“. Ehe aber 1927 Kieslingers Beitrag in Walcher-Moltheins Buch über das Alte Kunsthandwerk, Buchner 1931 sein Buch über die „Hinterglasmalerei in der Böhmerwaldlandschaft und in Südbayern“ vorlegt und 1937 Keisers Buch „Die deutsche Hinterglasmalerei“ erscheint, sind kaum tiefer gehende Veröffentlichungen zu diesem Thema herausgegeben worden. Während Buchner (1931) so ausführlich, gründlich und kompetent auf die Hinterglasmalerei in Abschnitt Böhmen und im Bayerischen Wald und dann in Schwaben und Oberbayern eingeht, dass sich mancher spätere Autor auf eine Wiedergabe der Befunde Buchners beschränken muss, ist Keisers Buch eine Kunstgeschichte im eigentlichen Sinn, das on Kapiteln über „Die Hinterglasmalerei als Kunstgattung“, „Die Entwicklung der deutschen Hinterglasmalerei“ Oder „Die Entfaltung der deutschen Hinterglasmalerei zur Volkskunst“ regionale Entwicklungen zurückstellt, um die Kunstgeschichte der Hinterglasmalerei als Ganzes darzustellen. Erst nach 1960 setzt dann eine sehr eingehende Erschießung der Kunstgeschichte der Hinterglasmalerei ein. Zu den grundlegenden Arbeiten dieser Zeit gehören Knaipps 1963 erschienenes Buch über „Hinterglasbilder aus Bauern- und Bergmannsstuben des 18. und 19. Jahrhunderts und Schmidts Buch „Hinterglas. Zeugnisse einer alten Hauskunst, das 1972 erschien. Gislind Ritz fasst knapp, aber sehr präzis den Stand der Kenntnisse vor 40 Jahren in ihrem 1972 erschienenen Buch über „Hinterglasmalerei – Geschichte, Erscheinung, Technik“ zusammen. Aus der Zeit nach 1980 sind die beiden Bücher Schusters über „Das Raimundsreuter Hinterglasbild“ und „Hinterglasbilder aus Außergefild im Böhmerwald“ vorbildlich für die Erschließung regionaler Entwicklungen der Hinterglasmalerei. Wichtige neue Erkenntnisse zur Hinterglasmalerei brachten in jüngster Zeit Ausstellungen mit kompetent erstellten Katalogen, besonders denen in Murnau, Salzburg oder Würzburg sowie umfassende Darstellungen einzelner Teilgebiete, etwa Rysers Gesamtdarstellung der Kunstgeschichte der Hinterglasmalerei, die 1991 erschien oder Steiners 2004 erschienenes Buch über Kupferstichvorlagen vor allem Augsburger Hinterglasbilder.
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